Inselschatten # 31
Das Licht über Cahaya kehrte zurück. Doch die Hoffnung überlebte diesen Morgen nicht.
Was bisher geschah: Mingtian war aus dem Koma erwacht, und für einen kurzen Moment schien es, als könnte Cahaya endlich Frieden finden. Zwischen Bang, Dina und Mingtian begann sich zu lösen, was lange von Schuld, Schmerz und Schweigen überschattet worden war. Doch die Hoffnung währte nur kurz. Ein Attentat erschütterte Pulau Cahaya und Mei-Li bezahlte den Versuch, Mingtian zu retten, mit ihrem Leben.
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Bang riss sie hoch – nicht grob, aber entschlossen, als hinge ihr Leben daran.
„Jetzt.“
Seine Worte rissen wie ein Peitschenhieb durch die Luft.
Dina stolperte, ihr Körper wehrlos zwischen Schmerz und Schock, doch Bang hielt sie fest. Er zog sie mit sich, drückte sie förmlich in Bewegung. Ihre Finger streiften im Rennen ein letztes Mal Mei-Lis kalte Hand.
Dann rannten sie –
durch den Gang, der nach Rauch roch,
die Treppe hinunter, deren Stufen unter ihren Füßen bebten,
vorbei an Wächtern, die in alle Richtungen stürmten,
dem Ostflügel entgegen,
wo irgendwo in der Dunkelheit ein Fahrzeug aufheulte.
Dina schluchzte, stolperte weiter, doch Bang hielt sie. “Die Kinder! Fadila! Wir müssen zurück.” Dina versuchte sich dem Griff von Bang zu entwinden, aber er hielt sie fest - und dann -
Bangs Körper reagierte schneller als jeder Gedanke.
Ein Instinkt, tief wie ein Reflex aus einer Zeit, in der Überleben bedeutete, schneller zu sein als der Tod selbst.
Er ließ Dina ruckartig los. Sie strauchelte und stürzte zu Boden.
Ohne sich nach ihr umzusehen rannte er nach vorne und im selben Atemzug warf er sich vor Chen Li und Mingtian, breit, entschlossen, ein menschlicher
Schutzschild aus Fleisch und Schicksal.
Ein Schuss –
ein gellender, schneidender Knall,
der die Luft zerriss.
Die Kugel traf ihn hart, wie ein Faustschlag aus Feuer.
Bangs Brust zuckte, sein Körper spannte sich – und dann sackte er in sich zusammen, als wäre die Schwerkraft plötzlich doppelt so stark geworden.
Chen Li wirbelte herum, der Adrenalinschub ließ seine Bewegungen messerscharf werden. Mingtian rutschte ihm aus den Armen, Chen Li riss seine Waffe hoch und zielte nach oben, auf die Galerie…da stand sie….
Tika.
Ihre Augen wild, verzerrt vor Wut, vielleicht vor Schmerz, vielleicht vor Verzweiflung.
Die Waffe noch erhoben, bereit zum nächsten Schuss.
Chen Li schoss zuerst.
Ein kurzer, präziser Schlag aus Licht und Metall.
Tikas Körper krampfte, dann fiel sie –
über das Geländer,
kopfüber in die Tiefe,
ein dumpfer, schrecklicher Aufprall,
Knochen, die knackten wie trockenes Holz.
Stille.
Nur das Echo des Schusses vibrierte noch in der Luft.
Und dann –
ein Laut, der all das durchbrach.
„Bang!“
Dinas Schrei.
Roh. Zerfetzt. Ein einziger Schmerzensbogen.
Sie robbte, stolperte, stürzte zu ihm, ihre Hände zitterten, suchten Halt an seinem Körper, der warm war und schwer und viel zu still.
Blut sickerte durch sein Hemd, eine dunkle, rasende Blüte.
„Bang… nein… bitte…“
Ihre Stimme brach.
Um sie herum rannte die Welt weiter, Schritte, Befehle, Chaos –
doch für Dina existierte nur dieser eine Punkt auf dem Boden.
Bang.
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Oh nein. Bin gespannt auf Freitag.
Traurig. Überlebt Bang diesen Schuss? Wann kommt das nächste Kapitel der Trilogie?